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Gedenken

Ihre Toten sind aber bei uns geblieben

“… Ueber das weitere Schicksal der am Leben Gebliebenen, die nach Osten* abzumarschieren gezwungen wurden, ist nichts bekannt geworden. Ihre Toten sind aber bei uns geblieben. Diese haben mit uns die Kriegsnot und die für sie ungleich viel schwerere, heute unvorstellbare Ernährungsnot geteilt. Und sie haben gearbeitet für uns. Sie haben nach dem 4. Dezember 1944 auch unsere Toten aus den Kellern der zerstörten Stadt und aus den verschütteten unterirdischen Fluchtwegen geborgen. Und haben auch geholfen, sie im Ehrenfriedhof zu bestatten. Deshalb gilt für uns mit Bezug auf sie das Wort, das die Grundlage zu aller Totenehrung am Totensonntag, an Allerheiligen und Allerseelen bildet: Volk, vergiß deine Toten nicht!” (Steinhilber 1960)

* Richtig: ins KZ Dachau. Das Ziel der "Evakuierung" war bis in die 1980er Jahre in Heilbronn nicht bekannt.

Das Erinnern an das hiesige Konzentrationslager und das Gedenken an dessen Opfer begann in Heilbronn früh, bereits 1945, und nahm im Laufe der Jahrzehnte unterschiedliche Formen an. Auch die Akteure der Erinnerungskultur waren und sind vielfältig. Lange Zeit waren es vor allem engagierte Vertreter politischer Parteien, der Opferverbände und der Gewerkschaften, die jährlich eine Gedenkfeier auf dem 1946 errichteten KZ-Friedhof abhielten. Seit den 2017 findet diese jährliche Gedenkfeier unter der Federführung des Heilbronner Oberbürgermeisters statt. Die Stadt Heilbronn ließ 2025/26 den historischen Gedenkort KZ-Friedhof erweitern. Erinnerungselemente aus Cortenstahl, Bodenmarkierungen und ein Tastmodell informieren seither an drei markanten Stellen vor Ort über die Geschichte des Lagers: vor dem KZ-Friedhof, am Treppenaufgang dorthin sowie am Standort des ehemaligen KZ-Lagers selbst, der damit stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt wird.