Michael Pryhinski
Michael Pryhinski (poln. Michał Prehyński) wurde am 9. Juli 1896 in Nienowice bei Radymno in Polen geboren. Als verheirateter Familienvater wurde er 1942 zur Zwangsarbeit nach Berlin gebracht, möglicherweise in eine Papierfabrik. Er floh in seinen Heimatort, wurde aber im Februar 1943 von der Gestapo gefasst. Er kam anschließend in Gefängnisse in Krakau und Jarosław.
Am 13. April 1943 wurde er von der Sipo bzw. dem SD Krakau wegen „Arbeitsvertragsbruch“ ins KZ Auschwitz eingewiesen. Sipo steht für Sicherheitspolizei (politische Polizei), SD für Sicherheitsdienst (eine Art NS-Geheimdienst), „Arbeitsvertragsbruch“ beschönigend für Resistenz gegenüber der Zwangsarbeit.
Am 6. Mai 1944 wurde Prihynski mit anderen von Auschwitz nach Urbès/Wesserling, einem Außenlager des KZ Natzweiler, transportiert, wo in einem Tunnel Daimler-Benz-Flugmotoren produziert werden sollten. Er bekam die Häftlingsnummer 16698.
Am 18. Juli 1944 kam er von Wesserling nach Markirch, einem anderen Außenlager des KZ Natzweiler. Wieder leisteten die Häftlinge Arbeit im Tunnel, diesmal für BMW-Motoren.
Am 1. September 1944 wurde er per Waggons nach Neckargartach verbracht, zum Außenlager „Steinbock“ des KZ Natzweiler. Auch hier wurde u. a. Untertagearbeit erzwungen, diesmal im Salzbergwerk Heilbronn für die IG Farben AG.
Am 26. Januar 1945 um 7:00 Uhr, wenige Wochen vor Kriegsende, fand er den Tod in Neckargartach. Festgehalten wurde auf dem Standesamt als Todesursache „allgemeine Körperschwäche“, das diese zur Privatangelegenheit der Häftlinge machte. Wer und was diese Schwäche hervorgerufen hatte, wurde damit verschleiert.
Erst im Jahr 2024 fand die Urenkelin Pryhinskis, Charlotte Davies aus Großbritannien, heraus, dass ihr Urgroßvater nicht in Auschwitz umgekommen, sondern nach zwei weiteren Lagern in Neckargartach verstorben war. Erschwert wurde diese Suche durch Namensvarianten in den Unterlagen.
Zum Gedenken an ihn legten sie und ihr Mann Steve im Dezember 2024 Erinnerungssteine der Verwandten aus Großbritannien sowie Kastanien aus dem Wohnort des Urgroßvaters auf dem KZ-Denkmal in Neckargartach nieder.
