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Das Stammlager Natzweiler

Das Stammlager Natzweiler-Struthof wurde im Mai 1941 in den Vogesen errichtet, im besetzten französischen Elsass. Es war eines der 21 großen Stammlager in den Jahren 1944-1945 (neben Dachau, Buchenwald, Auschwitz I, II und III, Bergen-Belsen etc.). Zunächst wurden die Häftlinge und die Wachtruppen in dem beschlagnahmten Hotel “Le Struthof” untergebracht. Das Gebäude befand sich auf der Gemarkung des Dorfes Natzweiler (fr. Natzwiller).

Das eigentliche Lager befand sich auf dem Nordhang des Mont Louise auf ca. 750-800m Höhe. Das KZ wurde an dieser Stelle errichtet, weil in der Nähe von Natzweiler Vorkommen von rosa Granit entdeckt wurden, die Hitlers Architekt Albert Speer für seine Monumentalbauten einsetzen wollte. Doch ab 1942 hatte der Abbau vvon Granit keine Priorität mehr. Die Häftlinge sollten vielmehr vorrangig bei der Verlagerung der Rüstungsproduktion in geschützte Bereiche (Tunnel, Bergwerke, Gipsgruben etc.) eingesetzt werden.

Erste Außenlager des KZ Natzweiler entstanden im Winter 1942/43 und waren im Elsass, Lothringen und Südwestdeutschland angesiedelt. Ab 1944 stieg die Anzahl der Außenlager rasant an.
 

Als die Front der Alliierten immer näher heranrückte, wurden im Spätsommer 1944 die linksrheinischen Außenlager und das Stammlager geräumt, gleichzeitig entstanden weitere neue Außenlager rechts des Rheins im Südwesten. Insgesamt werden mehr als 50 Natzweiler-Außenlager gezählt, die meisten im heutigen Baden-Württemberg, aber auch in Hessen und in Rheinland-Pfalz.

Ab September 1944 war Natzweiler ein Stammlager ohne Hauptlager. Das heißt, es existierte nur noch dezentral in seinen Außenlagern auf rechtsrheinischem Territorium weiter. Die Kommandantur und Verwaltung des Stammlagers wurden im November 1944 nach Guttenbach und Binau in die Nähe der Neckarlager von Neckarelz verlegt.

Das KZ Vaihingen („Sterbelager“) wurde als einziges Außenlager des KZ-Komplexes Natzweiler Anfang April 1945 von der französischen Armee befreit; alle anderen Außenlager wurden von den SS-Wachtruppen geräumt und die KZ-Häftlinge auf Todesmärsche geschickt.

Im KZ-Komplex Natzweiler wurden insgesamt, also in Lagern, auf Todesmärschen und Evakuierungstransporten ca. 15.000 Menschen getötet. Der Forscher Robert Steegmann geht von einer noch höheren Operzahl aus (weit mehr als 22.000).

natzweiler.eu

Webpräsenz von Natzweiler Memorials network

vgkn.eu

Webpräsenz des Verbunds der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler