Ferruccio Sutil
Ferruccio Sutil (Suttil in NS-Quellen), geboren am 27. September 1922 in Pola/Pula (Kroatien), war vom Beruf Installateur (Klempner/Flaschner); er war nur vier Jahre in die Schule gegangen. Er stammte aus einer armen Familie, der Vater war Maurer, die Mutter Bäuerin. Ab 1924 wohnte die Familie auf der Insel Cres in der Adria, vor der kroatischen Küste. Ferruccio hatte noch zwei Brüder, von denen einer, Renato (geb. 1919), ebenfalls in Deutschland Gefangener war. Renato überlebte die Gefangenschaft und kehrte 1945 zurück in seine Heimat.
Im Mai 1943 wurde Ferruccio Sutil zum 28. Infanterieregiment II Bataillon 5. Kompanie Ravenna eingezogen. Im September 1943, nach der Kapitulation Italiens, wurde er aus der Armee entlassen und kehrte am 20. September 1943 nach Hause auf die Insel Cres zurück. Dort wurde er nach Angaben seiner Mutter von den Partisanen gewaltsam entführt und gezwungen, sich ihnen anzuschließen. Als Partisan wurde er im November 1943 von den Deutschen verhaftet und zuerst ins Triester Gefängnis Coroneo gebracht (Einlieferungsdokument 24. November 1943, auf Befehl der SS). Am 30. November 1943 wurde er mit 202 weiteren Personen, überwiegend aus den Regionen Rijeka und Istrien, mit dem Zugtransport Konvoi Nr. 11 (Häftlinge aus Fiume, Istrien und Gorizia) von Triest ins KZ Dachau deportiert. Der Transport kam im KZ Dachau am 2. Dezember 1943 an. Sutil bekam hier seine Häftlingsnummer: 59033. Er wurde der Kategorie „Schutzhäftling“ („Sch. It.“) zugeordnet. Laut dem Dachauer Untersuchungsbogen wog er bei der Aufnahme 56 kg und war 165 cm groß.

Das Foto aus Familienbesitz zeigt vermutlich Ferruccio Sutil (Foto: privat, Fotograf unbekannt)
In Dachau kam Ferruccio Sutil in Februar und März 1944 für jeweils einige Tage ins Krankenrevier. Kurze Zeit später, am 27. März 1944, wurde er ins KZ Natzweiler überstellt, dort bekam er die Nr. 10022. Zu dieser Zeit wog er nur noch 46 kg und kam erneut ins Krankenrevier.
Er war Ende Juni 1944 offenbar in Markirch eingesetzt – das legt nahe, dass er mit den Markircher Häftlingen Anfang September nach Neckargartach kam. Gesichert ist, dass er im Herbst nach Neckargartach verlegt wurde.
Ferruccio Sutil starb im KZ Heilbronn-Neckargartach am 20. Januar 1945 um 8 Uhr morgens. Als Todesursache wurde „allgemeine Körperschwäche“ attestiert. Er wurde im Massengrab oberhalb des Lagers verscharrt. Seine Überreste ruhen auf dem KZ-Friedhof Neckargartach.