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Jože Grčar

„Dort mussten wir im Bergwerk den Boden betonieren. Wir waren so ausgehungert, dass wir trotz Verbots Salz aßen, was wiederum Krankheiten verursachte.“

(Jože Grčar nach Fischer/Huth, 2004, S. 61)

Jože Grčar wurde am 9. Dezember 1924 in Trbovlje (Slowenien) geboren.

Der Chemiestudent wurde Ende 1943 verhaftet und kam am 12. Februar 1944 ins KZ Dachau. bei der Aufnahme wog er 64 kg bei 1,70 m Größe. Einen Monat später, am 13. März 1944 wurde er von Dachau nach Natzweiler überstellt. Ab dem 20. März 1944 war er im Natzweiler-Außenlager Markirch. Seine Natzweiler-Häftlingsnummer war 8207. 

In Markirch musste er mit anderen Häftlingen einen Eisenbahntunnel ohne Einsatz von Maschinen betonieren. Die Arbeit war schwer, die Verpflegung nicht ausreichend und die sanitären Verhältnisse im Lager katastrophal, sodass er bald an Typhus erkrankte und, mit anderen Kranken und Arbeitsunfähigen, ins Stammlager Natzweiler verlegt wurde. Er blieb dort im Revier bis Ende Juli 1944. Um die Zeit wog er nur noch 53 kg. Als er wieder genesen war, wurde er im September 1944 nach Heilbronn-Neckargartach überstellt, wo er bis zum Ende geblieben ist.

Auch in Heilbronn-Neckargartach musste er schwere Betonarbeiten - im Salzbergwerk - ausführen, und auch hier waren die Verpflegung und die Hygieneverhältnisse so schlecht, dass viele Häftlinge krank wurden und starben. 

Jože Grčar musste sich am 1. April als “gehfähig” mit den übrigen ca. 480-500 Gefangenen auf den Fußmarsch nach Dachau machen. Einige Tage vor der Auflösung des Lagers bekam er von einem anderen slowenischen Häftling, Franjo Mihalčič, einen kleinen Taschenkalender, in dem Mihalčič seit 1937 Notizen machte. Er notierte darin die Namen, die Herkunft, Geburtsdaten, Berufe und auch die Todesdaten seiner slowenischen Mitgefangenen. Obwohl es verboten war, nahm Grčar das Notizbuch mit sich auf den Weg Richtung Dachau und machte darin jeden Tag Notizen über den Marsch - nachts, damit es niemand sehen konnte. 

Jože Grčar kam am 27. April 1945 im KZ Dachau an, und am 29. April wurde er von der US-Armee befreit. Am 7. Juni 1945 brachten ihn die Amerikaner mit einem Lastwagen nach Lubljana, wo er endlich seine Familie wiedersah.