Marco Cristofori
„Nach einiger Zeit wurde mir mitgeteilt, dass mir 25 Peitschenhiebe zu geben wären.“
(Marco Cristofori nach Flucht und Wiederergreifung)
Marco Cristofori wurde am 28. Juli 1910 in Aviano/Friaul geboren. Er studierte an der Universität in Cividale und war ein guter Sportler. Er war Angestellter und der Neffe eines sozialistischen Abgeordneten. Beim Militär brachte er es zum Hauptmann der Fallschirmjäger der berühmten Folgore-Division in Nordafrika und wurde dort verwundet und gefangen genommen. Nach seiner Rückkehr über Rom wurde er Vizekommandant der Partisanengruppe „Garibaldi“ im Friaul. Die Deutschen verhafteten ihn unter unbekannten Umständen und wiesen ihn am 28. Februar 1944 ins Lager Dachau (Nr. 64599) ein, von wo er wenige Tage später, am 13. März 1944, nach Natzweiler überstellt wurde (Nr. 8157). Er war im Außenlager Markirch, wo er am 1. Juli 1944 ein Paket erhielt. Mit anderen Markirchern kam er Anfang September 1944 nach Neckargartach.
Am 7. Oktober, während eines abendlichen Luftangriffs auf Heilbronn, wagte er – wohl zusammen mit einem weiteren italienischen Häftling – die Flucht aus dem Lager. Nach rund zwei Wochen war er wieder in Neckargartach, weil er in der Nähe von Karlsruhe an die Polizei verraten worden war.
Von Neckargartach wurde er offenbar nach Flossenbürg verbracht, wo er die Wäsche der Kranken waschen musste. Von dort kam er wohl am 9. April im Zuge der Auflösung des Lagers zurück nach Dachau, wo er Ende des Monats befreit wurde. In Dachau traf er auf alte Bekannte, darunter Paolo Spezzotti. Knapp zwei Wochen nach der Befreiung entflohen beide zusammen mit Alfredo Milocco aus dem von den Amerikanern verwalteten Lager zu Fuß in Richtung Heimat. Cristofori bekam unterwegs nach fünf Tagen Flecktyphus und wurde in einem amerikanischen Krankenhaus in Hall/Tirol behandelt. Die beiden anderen Entkommenen gingen und fuhren alleine weiter. Nach der Genesung erreichte er seine Heimatstadt Cividale.
Er starb 1966.

Marco Cristofori, Quelle: http://www.qattara.it/55-00%20cristofori.html (Zugriff: 2024-09-30)