Michael Barff
Michael Barff wurde am 8. Juli 1911 in Rosenau/Rosenow, Rumänien geboren. Er war Landwirt. Mit anderen Rumäniendeutschen kam er als SS-Sturmmann zur Wachmannschaft des KZ Lagers Majdanek-Radom. Von dort geriet er über das Natzweiler-Außenlager Vaihingen/Enz mit rund 20 weiteren SS-Wachen nach Neckargartach.
Am 22. November 1946 wurde er wegen Misshandlung, Folter, Raub und Ermordung polnischer Staatsbürger aus der amerikanischen Zone ausgewiesen und an die französischen Behörden ausgeliefert. Durch das Tribunal Général de Rastatt wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt. Er trug im Prozess die Nr. 46. Eberle zitiert sein Schlusswort vor Gericht: „Ich bin niemals im Steinbruch arbeiten gewesen“ (Eberle 2018, S. 163), in dem er sich von strafwürdigen Vorgängen im Lager Vaihingen distanziert.
Seine Strafe büßte er in Wittlich, dem „Kriegsverbrechergefängnis“, ab, nunmehr noch drei Jahre wegen Kriegsverbrechen. Abgangsdatum ist laut seiner Gefängniskartei der 6. Dezember 1949.
Nach 1950 verliert sich seine Spur eine Zeit lang. In diesem Jahr wird ihm zum 1. Juni von der Zentralspruchkammer Nord-Württemberg Ludwigsburg per Postkarte mitgeteilt, dass sein „Verfahren nach dem Gesetz Nr. 104 zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus …“ „(a)uf Grund des Ermittlungsergebnisses“ eingestellt wurde. Damals wohnte er in Neckargartach in der Böckingerstraße 2. Staatsanwaltliche Ermittlungen belegen dann, dass Barff 1969 in der Römerstraße 68 ebendort wohnte.
Er gehört mit Otto Lind, Günther Konietzny und Michael Kloos zu den Wachleuten, die sich in Heilbronn bzw. Neckargartach nach dem Krieg ansiedelten.



