Fritz Sorgalla
Fritz Sorgalla wurde am 18. Mai 1899 in Schedlau/Oberschlesien (poln. Szydłowiec Śląski) geboren. Von Beruf war er Lokomotivenheizer. Schon im Januar 1930 wurde er Mitglied der NSDAP. Er dürfte also Überzeugungstäter gewesen sein. Er brachte es zum SS-Rottenführer, SS-Sturmmann war er zuvor am 6. Juli 1943 geworden. In dem Urteil des Kreisgerichts in Krakau vom 1. März 1948 gegen mehrere SS-Angehörige (Übersetzung durch Dr. Anna Aurast) wird auf seine Stationen in den Konzentrationslagern Auschwitz und Majdanek Bezug genommen. Zuvor wurde er am 25. Februar 1947 aus der amerikanischen Zone abgeschoben und der polnischen Justiz überantwortet.
Die Anklagepunkte waren:
- Zugehörigkeit zu SS - bei Sorgalla ab dem 15. Mai 1942
- Zugehörigkeit zu einer KZ-Wachtruppe und Überwachung von Arbeitskommandos im KZ: Sorgalla in Lublin/Majdanek vom 15. Mai 1942 bis Mai 1943; in Brzezinka [= Auschwitz-Birkenau] vom Dezember 1944 bis Januar 1945
- bei Sorgalla zusätzlich die Funktion eines Blockführers in mehreren KZ: in Majdanek vom Mai 1942 bis Mai 1944; in Blizin [wohl Bliżyn, ein Außenlager von Majdanek] vom Mai 1944 bis August 1944; in Auschwitz vom August 1944 bis Dezember 1944.
- Beteiligung an verbrecherischen Organisationen, die Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Ziel hatten durch Massenmord, Aushungern, Sklavenarbeit, Terror und Verfolgung der Zivilbevölkerung besetzter Länder und von Kriegsgefangenen.
Das Urteil:
I. Fritz Sorgalla wird schuldig gesprochen und zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt; alle Angeklagten werden zum Verlust von öffentlichen und bürgerlichen Rechten für einen Zeitraum von 5 Jahren und zum Einzug ihres Vermögens verurteilt.
II. Alle Angeklagten werden von der Zahlung der Verhandlungskosten und der Gerichtsgebühren befreit.

Fritz Sorgalla als Strummann (Quelle: AIPN in Warschau/GK 14-1-50-2)
Sorgallas Name taucht am 18. April 1945 auf einer Liste von Wachleuten des KZ Neckargartach auf, die von einem geflohenen Wachmann für eine US-Aufklärungseinheit zusammengestellt wurde. Wahrscheinlich ist, dass Sorgalla nach Auflösung des KZ Auschwitz im Januar 1945 nach Neckargartach versetzt wurde. Seine Tätigkeit dort war jedoch nicht Gegenstand des o. g. Verfahrens.
Sorgalla hat seine Strafe in Polen vollständig abgesessen und wurde am 12. April 1951 zurück nach Deutschland ausgeliefert. Sein anschließender Lebensweg ist unbekannt.